Weltwirtschaft IWF und EZB


In den kommenden Wochen werde ich vermehrt über aktuelle Geschehnisse in der Weltwirtschaft schreiben. In diesem Artikel, berichte ich über die Prognosen des Internationalen Währungsfonds und die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank gegen die niedrige Inflation.

IWF prognostiziert für 2015 langsameres Wachstum der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen zum Wirtschaftswachstum in 2015 zurückgeschraubt. Auch Deutschland und der Euro-Raum sind davon betroffen. Russland droht gar ein extremer Einbruch. Ein Grund seien fehlende Investitionen in die Infrastruktur.Aussichten für Japan, China, Russland und den Euro-Raum ausschlaggebend

Der IWF hat seine Vorhersagen zum Weltwirtschaftswachstum für 2015 nach unten korrigiert und zwar von 3,8 auf 3,5 Prozent. Den Grund dafür sieht der IWF in den zu erwartenden Entwicklungen in Japan, China, Russland und dem Euro-Raum. Man gehe in diesen Gebieten von einem schwächeren Voranschreiten aus. So können beispielsweise aus den fallenden Ölpreisen aufgrund anderer ungünstiger Faktoren keine Vorteile gezogen werden beziehungsweise werden jene wieder zunichte gemacht. Besorgt sind die Experten ebenfalls durch die anhaltende Stagnation sowie die niedrige Inflation in Japan und der Euro-Zone.

Wirtschaft in den USA profitiert von einheimischer Nachfrage

Über eine Korrektur nach oben dürfen sich die USA als einziges großes Industrieland freuen. Weil im eigenen Land die Nachfrage groß ist, wurde der Prognosewert für 2015 von 3,1 auf 3,6 Prozent angehoben. Für Deutschland ging es dagegen abwärts. Ein Wirtschaftswachstum von gerade einmal 1,3 Prozent sehen die Ökonomen für dieses Jahr vor.

Im nächsten Jahr sieht es voraussichtlich nur geringfügig besser aus. Dann soll das Wachstum 1,5 Prozent betragen. Damit wurden die Prognosen um 0,2 und 0,3 Prozentpunkte abgeschwächt. Das gleiche Bild bei der Eurozone: Für 2015 ging es ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent nach unten. Für 2016 wurde der Wert um 0,3 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent korrigiert.

Chinas Wachstumsmotor stottert

China, mit der aktuell zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, hat in 2014 an Boden verloren. Mit 7,4 Prozent erreichte das Wirtschaftswachstum den niedrigsten Wert seit 24 Jahren. 2015 soll der Wert sogar noch einmal fallen und zwar auf 6,8 Prozent. Die Verlangsamung der Konjunktur werde sich fortsetzen, davon sind die Ökonomen überzeugt, wenngleich dies auf einem hohen Niveau geschieht. Für 2015 wurde zuletzt von einem Wachstum in Höhe von 7,1 Prozent ausgegangen.

Extremer Einbruch der Wirtschaft in Russland

Eine drastische Absenkung nahm der IWF für die Wirtschaft Russlands vor. Wegen sinkender Einnahmen aus Ölexporten und den politischen Spannungen des vergangenen Jahres wird ein Rückgang des Wirtschaftswachstums um 3,0 Prozent erwartet. Der gleiche Wert steht für 2016 im Raum. Bislang wurde ein leichtes Plus vorausgesagt.

Mehr Investitionen in Infrastruktur gefordert

Eine Maßnahme zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums seien vermehrte Investitionen in die Infrastruktur. Zudem nimmt der IWF die Politiker in die Pflicht. Es sei Aufgabe der Geldpolitik, die Konjunktur weiter voranzutreiben. Dabei dürften durchaus auch unkonventionelle Schritte gegangen werden. In dem Zusammenhang wurde nicht ausdrücklich auf dem zum Zeitpunkt der Berichtvorstellung in Peking noch ausstehenden Beschluss zum geplanten Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) Bezug genommen. Dieser wurde erst zwei Tage später gefällt.

EZB kauft Staatsanleihen um niedriger Inflation entgegenzuwirken

Am 22. Januar 2015 gab die EZB ihr weitreichendes Maßnahmenprogramm für den Kampf gegen die niedrige Inflation in der Eurozone bekannt. Bis Ende September 2016 sollen nach Auskunft von EZB-Präsident Mario Draghi demnach Staatsanleihen und andere Wertpapiere für 60 Milliarden Euro erworben werden. Der Beginn der Maßnahme ist für März vorgesehen. Die Entscheidung ist umstritten. Das Zinsniveau im Euro-Raum bewegt sich derzeit auf einem äußerst niedrigen Level. Kritiker sehen daher die Wirkung derartiger Maßnahmen als begrenzt an.

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